Chosrou und Schirin

Vougar Aslanov

CHOSROU UND SCHIRIN

Nach den Motiven des gleichnamigen Poems von Nizami1

Personen:

Chosrou – Prinz, später auch Schah – Kaiser Irans der Sassaniden – Dynastie
Mariam – die erste Frau von Chosrou
Schiruja – sein Sohn von Mariam
Schapur – Hofmaler und Hofdichter Chosrous
Dscham – Hauptpriester der Zarathustra-Lehre
Mahin Banu – Königin von Kaukasus
Albania2
Schirin –  ihre Nichte, Prinzessin, später auch Königin von Kaukasus
Albania
Nakisa – die Fürstentochter und Freundin von Schirin
Waras – Hauptpriester von Kaukasus Albania
Maurikios –  früherer Kaiser von Byzanz
Pfackos – späterer Kaiser von Byzanz
Grigorios – Hauptpriester von Byzanz
Far-Hat Sin – freier Maler und Architekt aus China
Sirwan – Anführer der Masdakiden
Barbäd – Hofmusiker Chosrous
Basirgümid – ein Weiser, der später als Hofminister bei Chosrou dient.
Die Alte
Hofleute, Henker, Bewaffnete, Menschenmasse, Diener und Dienerinnen.

                                                            Vorspiel

Goethe und Schiller in Weimar.

GOETHE3: Friedrich, mein Freund, ich habe wieder einen großen Dichter entdeckt: Nisami! Er lebte im 12. Jahrhundert und kam aus der Stadt Gendsche4. Ein zarter, hochbegabter Geist, der… nunmehr die lieblichsten Wechselwirkungen innigster Liebe zum Stoff seiner Gedichte wählt. Medschnun und Leila, Chosrou und Schirin, Liebespaare, führt er vor; durch Ahnung, Geschick, Natur, Gewohnheit, Neigung, Leidenschaft füreinander bestimmt, sich entschieden gewogen; dann aber durch Grille, Eigensinn, Zufall, Nötigung und Zwang getrennt, ebenso wunderlich wieder zusammengeführt und am Ende doch wieder auf eine oder die andere Weise weggerissen und geschieden. Aus diesen Stoffen und ihrer Behandlung erwächst die Erregung einer ideellen Sehnsucht. Befriedigung finden wir nirgends. Die Anmut ist groß, die Mannigfaltigkeit unendlich. Auch in seinen andern, unmittelbar moralischem Zweck gewidmeten Gedichten atmet gleiche liebenswürdige Klarheit. Was auch dem Menschen Zweideutiges begegnen mag, führt er jederzeit wieder ans Praktische heran und findet in einem sittlichen Tun allen Rätseln die beste Auflösung. Übrigens führt er, seinem ruhigen Geschäft gemäß, ein ruhiges Leben unter den Seldschugiden und wurde in seiner Vaterstadt Gendsche begraben. Daher heißt er Nisami Gendschewi. „Chosrou und Schirin“ weiterlesen