Der Großschamane

Vougar Aslanov

DER GROßSCHAMANE

Nach Motiven der alten Mythen aus Mesopotamien und Schamanen-Geschichten aus Sibirien

Personen:

Ensuh-Keschdanna – der Regent von Aratta1

Enmerkar – der Regent von Sumer

Großschamane – das Oberhaupt der alten Religion – des Schamanen-Kults in Aratta

Großpriester – das Oberhaupt des Inanna-Kults in Aratta

Großpriester von Sumer – das Oberhaupt der Religion in Sumer

Die junge Schamanin

Der alte Schamane

Der junge Schamane

Rehha – Anführerin der Aufständischen

Reschak – ein junger Mann, Anhänger des Inanna – Kults

Eschdana – eine junge Frau, Anhängerin des Schamanen-Kults

Rach, Mach, Kach – die Geister

Der Bote

Erster Krieger

Zweiter Krieger

Krieger, Hofleute, Anhänger des Schamanen-Kults, Anhänger des Inanna-Kults.

Erster Akt

1. Szene

Der Hof des Regenten Ensuh-Keshdanna in Aratta. Der Regent sitzt auf dem Thron und spricht mit seinem Staatsrat. Mehrere Hofleute, darunter der Großschamane und Großpriester stehen um ihn herum.

ENSUH-KESCHDANNA: Das Fest zur Ehre Inannas muss diesmal großartig sein: Wir müssen die Heilige Hand – unsere Göttin nicht mehr verärgern. Überall in Aratta müssen in ihrem Namen Tiere zum Opfer gebracht werden; die Menschen müssen so satt werden wie nie zuvor. Sie wird dann zufrieden sein (zum Großpriester). Ja du, möchtest du etwas zum Inanna-Fest sagen?

GROßPRIESTER VON ARATTA: Ich habe meinerseits schon einige Vorbereitungen getroffen. Ich habe unsere Göttin Inanna gebeten, unsere Opfer anzunehmen, zufrieden mit unserer Stadt zu sein und ihre Hand immer über uns zu halten. Sie scheint aber unzufrieden mit uns zu sein.

ENSUH-KESCHDANNA: (unruhig) Warum? Was haben wir gegenüber der Heiligen Hand – der Großgöttin Inanna falsch gemacht?

GROßPRIESTER VON ARATTA: In Aratta sind immer noch nicht alle Menschen Anhänger Inannas. Das ärgert die Heilige Hand – Großgöttin Inanna.

Als er das hört, macht der Großschamane ein unzufriedenes und besorgtes Gesicht.

ENSUH – KESCHDANNA (schaut den Großschamanen von der Seite an und schreit): Was müssen wir jetzt tun? Müssen wir alle Anhänger des alten Kultes zwingen, Inanna-Anhänger zu werden? Nein, das ist unmöglich! In Aratta ist die Religion frei, jeder kann wählen, zu welcher Religion er gehören möchte: Zum alten Schamanen-Kult oder zum neuen Inanna-Kult. Mein Großvater, der vor vielen Jahren in Aratta regiert hatte, war der erste Inanna-Anhänger. Er hat aber damals diese Regel eingeführt: Niemand kann in Aratta mit Gewalt zum Inanna-Anhänger gemacht werden.

GROßPRIESTER VON ARATTA: In diesem Fall, mein Herrscher, müssen wir nicht mit dem vollen Schutz durch Inanna rechnen (zieht sich zu den anderen Hofleuten zurück, aber beobachtet alles weiter).

ENSUH-KESCHDANNA: Lass das, ich weiß selbst, wie ich Aratta regieren muss (zum Großschamane). Komm zu mir!

Großschamane nähert sich den Regenten.

ENSUH-KESCHDANNA: Du musst dir keine Sorgen machen. Der alte Kult, der Kult unserer Ahnen wird in Aratta immer leben.

Der Bote der Sumerer kommt herein.

DER BOTE. Enmerkar – der Regent von Sumer hat einen Brief an Aratta geschickt.

ENSUH-KESCHDANNA (aufgeregt). Was für ein Brief, was will Enmerkar?

Zwei Menschen bringen ein großes Pergament auf Rädern herein.

ENSUH-KESCHDANNA: Ist das der Brief? Lies ihn vor.

DER BOTE (liest vor): Ensuh-Keschdanna, hör mir aufmerksam zu: Deinen Eigensinn werde ich nicht mehr dulden! Du musst dich mir unterordnen! Überall muss in Aratta der Inanna-Kult herrschen, alle anderen Kulte muss du in Feuer und Asche legen! Als Beweis deiner Gehorsamkeit schick mir jetzt Gold – je mehr Gold du mir schickst, umso mehr kannst du mich von deiner Treue und Untergebenheit überzeugen. Tust du es nicht bald, nehme ich Aratta ein, lasse dort keinen Stein auf dem anderen, dich selbst und deine Schamanen bringe ich der Großgöttin Inanna zum Opfer.

ENSUH-KESCHDANNA: Ah, was für eine Unverschämtheit! Er vergisst, dass Aratta selbst die Stadt der Inanna ist. Dass wir unter dem Schutz der Großgöttin stehen. Warte Enmerkar, wir zeigen dir, was Aratta bedeutet! Du wirst das nie vergessen! (zum Boten) So gib dies alles auch an deinen Regenten weiter.

Der Bote verbeugt sich und geht ab, hinter ihm auch die Briefträger.

GROßPRIESTER VON ARATTA: Nichts anders, nur der Schamanen-Kult ist in allem Schuld. Inanna will uns nicht mehr unterstützen.

ENSUH-KESCHDANNA: Alle hinaus! Nur der Großschamane bleibt.

GROßPRIESTER VON ARATTA (off): Gut! Es ist sowieso nicht viel Zeit geblieben für euch.

Alle ab.

2. Szene

Ensuh-Keschdanna und Großschamane.

ENSUH-KESCHDANNA: Großschamane, hast du gehört wie Enmerkar uns wieder droht. Und diesmal benimmt er sich besonders frech. Es wäre falsch, ihm nachzugeben, dann würde er noch frecher. Seine Armee ist größer und stärker als unsere, trotzdem muss man ihm einen Kampf geben. Unsere Religion ist Schamanismus, das erste Mal führte mein Vater Inanna-Kult ein, er nannte Aratta die Stadt der Heiligen Hand – Großgöttin, die unter ihrem Schutz stehen muss. Er tat das, dass damit Frieden zwischen Sumer und Aratta herrsche. Mein Vater hat das auch in Wirklichkeit erreicht mit dem Vater von Enmerkar. Aber Enmerekar selbst ist stur wie ein Esel. Es ist unmöglich, ihm etwas zu erklären, es ist unmöglich, mit ihm zum Einverständnis zu kommen. Er will uns nun zu seinen Sklaven machen, schafft das aber nicht. Wir geben ihm eine harte, verdiente Antwort. Ich will, dass du, Großschamane, deine Gemeinde dafür vorbereitest und sie überzeugst, dass Aratta niemals auf die Religion und Traditionen der Ahnen verzichten wird. Dass ich, Arattas Herrscher Ensuh-Keschdanna, bis Ende euch schützen werde.

DER GROßSCHAMANE: O Herrscher, deine Treue, deine Achtung und Liebe gegenüber dem Schmanaen-Kult ist jedem in unserer Gemeinde bekannt. Wir sind eine Gemeinde des Friedens, haben nichts gegen die anderen Kulte. Gegenüber den Anhängern vom Inanna-Kult haben wir auch immer friedlich gehandelt, wenn auch sie gegenüber uns nicht immer friedlich waren. Aber wenn nun der Herrscher von Sumer zu uns kommt, um den Schamanen-Kult zu Ende zu bringen, müssen wir auch selbst Widerstand dagegen bieten. Die großen Geister, die unseren Ahnen dienten, werden uns gegenüber auch weiter treu sein, wenn wir sie nicht verärgern.

ENSUH-KESCHDANNA: Aratta ist das Land der alten, starken Geister. Sie verlassen uns nie, wir werden immer unseren Geistern treu bleiben. Um zu überleben, müssen wir uns so benehmen, dass wir nichts gegen die Verbreitung des Inanna – Kultes im unseren Land unternehmen. Das ist aber nur äußerlich so. In unseren Herzen werden wir für immer Anhänger unserer großen Geister bleiben. Sie haben unseren Ahnen immer geholfen, um sich vom Feind zu schützen. Sie werden auch uns dafür helfen. Bereite deine Gemeinde vor: wir müssen etwas unternehmen, sonst wird bald Enmerkar vor dem Tor Arattas stehen.

Beide ab.

3. Szene

Der Hof von Ermerkar in Uruk. Enmerkar, sein Oberpriester und Oberbefehlshaber der Armee von Sumer.

ENMERKAR: Ich habe die Kapricen von Ensuh-Keschdanna lange geduldet. Ich möchte es jetzt klar machen: entweder unterwirft sich Aratta mir oder ich lasse dort keinen Stein auf dem anderen.

Der Bote kommt herein.

DER BOTE (verbeugt sich): Eine Botschaft vom Herrscher Atattas Ensuh-Keschdanna.

ENMERKAR: (zu dem Boten) Lass uns hören, was uns Ensuh-Keschdanna geantwortet hat.

DER BOTE: Er sagte: „Enmerkar! Was für eine Unverschämtheit! Du vergisst, dass Aratta selbst die Stadt der Inanna ist. Dass wir unter dem Schutz der Großgöttin stehen. Warte Enmerkar, wir zeigen dir, was Aratta bedeutet! Das wirst du niemals vergessen!“

ENMERKAR: (steht empört auf). Warte jetzt, Ensuh-Keschdanna! Das war deine letzte Antwort; von dir und von deiner Stadt lasse ich keine Spur mehr übrig! Es wird auch kein Stein von deiner Stadt an dieser Stelle übrig bleiben, nachdem ich sie zerstört habe. In den Sacken werde ich sogar die Erde deiner Stadt wegtragen lassen, dass dort nur ein Loch übrig bleibt. (zu dem Boten). Jetzt gehe und gib das an unseren Feind weiter.

Der Bote verbeugt sich und geht ab.

ENMERKAR: (Zum Oberbefehlshaber) Jetzt gehe und bereite die Armee für die Eroberung Arattas vor. Sag allen Kriegern, dass wir diesmal nicht eine Stadt erobern, sondern sie dem Erdboden gleich machen, sodass an sie nichts mehr erinnert.

Der Oberbefehlshaber verbeugt sich und tritt ab.

ENMERKAR: (Zum Großpriester von Sumer) Von Aratta wird nichts übrig bleiben, deshalb wird auch die endgültige Verbreitung des Inanna-Kultes dort nicht mehr nötig werden.

GROßPRIESTER VON SUMER: O Herrscher des heiligen Sumers! Deine Entscheidungen sind stets sehr klug und gerecht. Aber ist es diesmal wirklich nötig, Aratta völlig zu zerstören? Zerstören wir Aratta völlig, werden dadurch nicht nur diejenigen, die noch immer im Dunklen des alten Glaubens bleiben, getötet werden, sondern auch die Anhänger des Inanna-Kults, die die gute Hälfte der Bevölkerung Arattas bilden. Denke selbst, guter Herrscher, was die Götter dazu sagen werden? Wird das nicht selbst die Großgöttin Inanna empören, wenn du eine Stadt, die unter ihrem Schutz steht, vernichtest und damit zugleich auch ihre Tempel und Statuen, die dort stehen? Wird sie sich nicht danach selbst an uns rächen wollen, die mächtige Großgöttin?

ENMERKAR: (wird bedenklich) Ich weiss, dass die Götter es nicht mögen werden, wenn ich Aratta zerstöre, aber ich kann auch nicht mehr dulden, was sich Ensuh-Keschdanna uns gegenüber herausnimmt.

GROßPRIESTER VON SUMER: Wenn du die Stadt einnimmst, kannst du Ensuh-Keschdanna hinrichten lassen. Der Großpriester von Inanna-Kult in Aratta ist sehr schlau und sehr eifersüchtig; wäre nicht diese tückische Politik des Ensuh-Kaschdanas, so hätte man in Aratta heute alleine den Inanna-Kult. Du kannst diesen Großpriester dann zum Regenten Arattas machen. Wird er der Regent von Aratta, wird niemand mehr im alten Glauben bleiben, glaub mir: er lässt dies nicht zu. Selbst Keschdanna war früher ein Priester, erst danach wurde er zum Regenten von Aratta. Aber in seinem Herzen bleibt er im alten Glauben.

ENMERKAR: Ja, vielleicht wäre es so wirklich besser. Da ich zu wütend auf diesen sturen Ensuh-Keschdanna bin, kann ich auch nichts mehr von dem ganzen Aratta hören.

GROßPRIESTER VON SUMER: Ich verstehe dich, guter Herrscher! Du bist sehr empört wegen der Antwort von Ensuh-Kaschdana: Du rechnetest mit dem Gehorsam, mit seiner Unterordnung, er hat nun aber selbst dir in seiner Nachricht gedroht und dich dadurch beleidigt. Du wirst diese Schmach aber vergessen, wenn du mit eigenen Augen siehst, wie er grausam hingerichtet wird.

ENMERKAR: Das ist wirklich eine gute Lösung, Großpriester. Ich spreche nochmal mit dem Oberbefehlshaber (ab).

GROßPRIESTER VON SUMER: Glaube ihm niemals, wenn ein Regent, ein Herrscher dir sagt: Ich diene den Göttern, ich tue alles für sie. In Wahrheit tun sie alles nur für sich, und missbrauchen nur die Namen der Götter. Für einen Regenten scheinen seine eigenen Gefühle, seine Wünsche und auch seine Rache viel wichtiger zu sein, nicht aber der Wille der Götter. (ab).

ZWEITER AKT

1. Szene

Im Tempel der Göttin Inanna in Aratta. Der Großpriester und seine Gemeinde.

GROßPRIESTER VON ARATTA: Es ist die Zeit gekommen: Der große Herrscher Enmerkar wird bald mit seiner Armee in Aratta eintreffen. Das ist die Zeit der Befreiung – Befreiung von der Lüge, vom Betrug und vom Irrtum, die der Großschamane verbreitet. Das wird bald ein Ende haben. Es wird überall der Inanna-Kult herrschen. Die Großgöttin nimmt alle Menschen der Welt unter ihren Schutz und Gnade. Von dieser alten Lüge, vom Schamanen-Kult bleibt keine Spur mehr: er wird vernichtet bis zu Letztem. Ehre sei der Großgöttin Inanna!

GEMEINDE: Ehre sei der Großgöttin Inanna!

GROßPRIESTER VON ARATTA: Endlich können wir unsere Pflicht von der Großgöttin erfüllen: kein anderer Kult mehr kann in unserem Land herrschen, außer dem Kult von Inanna! Ehre der Großgöttin Inanna!

GEMEINDE: Ehre sei der Großgöttin Inanna!

GROßPRIESTER VON ARATTA: Außer der Liebe ist alles andere auf dieser Welt Lüge! Und Inanna ist die Liebesgöttin! Diese Schamanen reden von ihren Geistern, von bösen und grausamen. Sie sagen, diese Geister regierten die Welt. Das ist alles Lüge! Die Welt regiert alleine die Liebe! Und die Großgöttin Inanna, weil sie die Liebesgöttin ist. Unsere Göttin Inanna ging einst einmal in die Unterwelt, die von ihrer älteren Schwester Ereschkigal regiert wird. Unsere Göttin konnte sich nicht damit abfinden, dass die Toten in der Unterwelt ihrer Schwester weiter leiden mussten. Sie wollte in diese dunkle Welt der Totengöttin Licht und Liebe bringen, um auch die Toten glücklich zu machen. Aber ihrer Schwester bereitete das Angst, sie fürchtete, dass Inanna – die Herrscherin des Himmels und der Erde – nun auch in der Unterwelt regieren wollte. Ereschkigal ließ die Schwester alle ihre sieben göttlichen Kleider ausziehen, damit sie ihre Göttlichkeit und Schutz verliere. Sie begründete es damit, dass man in die Welt der Toten nur nackt eindringen könne. Als dann Inanna in die Unterwelt kam, tötete ihre Schwester die betrogene, schutzlos und sterblich gewordene Göttin und hing sie an einer Säule auf. Im Himmel waren viele froh darauf, dass es Inanna nicht mehr gab. Aber bald merkte man, dass ohne sie nichts mehr im Himmel und auf Erden lief. Es wollten nicht mehr die Götter mit den Göttinnen, die Männer mit den Frauen, die männlichen Lebewesen mit den weiblichen Lebewesen zusammenkommen. Ohne Inanna hätte bald das ganze All unter gehen müssen. Aber dann entschlossen sich die Götter, Inanna zu retten. So wurde unsere Göttin von den Toten auferweckt. Ereschkigal jedoch forderte einen Ersatz für die Göttin, um sie freizulassen. Inanna gab ihr als Ersatz an ihrer Stelle ihren Sohn und Ehemann Sin, den Mondgott. Seitdem verbringt Sin zwei Monate im Jahr in der Gefangenschaft der Ereschkigal.

Der Großpriester schaut durch die Öffnung des Tempels den Himmel an.

GROßPRIESTER VON ARATTA: Schaut dort hin! Der Mondgott Sinn wird gerade von Dämonen der Unterwelt überfallen. Er bietet jedes Mal Widertand, jedes Mal kommt es zum Kampf zwischen ihm und den Dämonen. Dann wird er langsam Tag für Tag von Dämonen gefangen genommen und in die Unterwelt gebracht. Der arme Sin!

GEMEINDE: Der arme Sin!

GROßPRIESTER VON ARATTA: Aber dank dieses Opfers kehrte die Großgöttin Inanna wieder aus der Unterwelt zurück. Alle sahen und verstanden, dass sie die wichtigste und beste Göttin ist, weil ohne sie die Welt unter geht. Ehre sei der Großgöttin Inanna!

GEMEINDE: Ehre sei der Großgöttin Inanna!

Alle ab.

2. Szene

Der Großschamane mit seiner Gemeinde am Schamanen-Platz in Aratta. Der Großschamane trommelt, tanzt und ruft nach den Geistern, bleibt dabei immer in einem Kreis. Dann fällt er in Trance und kommt zur Ekstase, während dessen tritt Schaum aus seinem Mund. Danach steht er auf.

DER GROßSCHAMANE: Die Geister erzählen von schweren Zeiten, die bald kommen werden. Wie müssen darauf gut vorbereitet sein.

Der Großschamane macht einige Schritte auf seine Gemeinde zu, schaut alle aufmerksam an, dann bleibt er vor einer jungen Frau stehen..

DER GROßSCHAMANE: (zur jungen Frau) Komm zu mir.

Die junge Frau geht zum Großschamanen und verbeugt sich vor ihm.

DER GROßSCHAMANE: Ich muss jetzt jemanden nennen, der nach mir Großschamane in Aratta wird. Ich habe mit vielen jungen Menschen gesprochen, habe ihre Geschichten zur Bewerbung angehört. Diese junge Frau hat mir am besten gefallen. Wenn mit mir etwas zustößt oder wenn ich einmal sterbe, wird sie die Großschamanin von Aratta sein. (zur jungen Schamanin). Komm, erzähle jetzt deine Geschichte noch einmal vor der Gemeinde, damit alle wissen, wer ihre Großschamanin wird.

DIE JUNGE SCHAMANIN: (verbeugt sich noch mal) O Großschamane! Es begann plötzlich: als ich noch ein Kind war, besuchten mich die Geister meiner Ahnen, sie sagten mir, dass ich Schamanin werden solle. Einmal sagten sie mir, dass ich in die Berge gehen und dort bleiben solle. Ich ging in die Berge und blieb dort alleine zehn Tage; nach zehn Tagen kehrte ich zurück und konnte nicht mehr sprechen. Dann war ich wie besessen, habe den Verstand verloren, sprang in den Fluss, wusste danach mehrere Tage nicht, wo ich mich befinde. Dann kamen die Ältesten unseres Stammes und sagten mir, dass ich mich den Schamanen weihen lassen muss. Dann brachten mich meine Verwandten zu dir, o Großschamane, und baten dich mich zur Schamanin zu weihen.

DER GROßSCHAMANE: Ja, das ist gar nicht lange her. Erzähl jetzt, was du erlebt hattest, nachdem wir mit deiner Weihung zu Schamanin begonnen hatten? Hast du es gelernt, mit den Geistern zu sprechen?

DIE JUNGE SCHAMANIN: Ich habe angefangen, im Traum zu singen; mich besuchten jeden Tag die Geister und lehrten mir jedes Mal etwas. Ich habe es gelernt, mit ihnen zu sprechen.

DER GROßSCHAMANE: Als ich ein Schamane werden wollte, kam zu mir der Mutter-Vogel, der aussieht wie ein Adler. Hat er dich auch besucht?

DIE JUNGE SCHAMANIN: Ja, der Mutter-Vogel hat mich besucht.

DER GROßSCHAMANE: Was machte der Mutter-Vogel mit dir?

DIE JUNGE SCHAMANIN: Der Mutter-Vogel nahm mir die Seele weg und brachte sie in die Berge; dort ließ sie meine Seele an einem Baum liegen, bis sie reif war. Eine Woche lang lag mein Körper in der Hütte, bis der Mutter-Vogel meine Seele wieder zurückbrachte. Dann kamen die Geister, sie zerstückelten meinen Körper, ersetzten meine Knochen und machten meine Körper wieder neu.

DER GROßSCHAMANE: Hast du danach durch den Himmel gereist?

DIE JUNGE SCHAMANIN: Ja, die Geister nahmen mich danach in den Himmel und ich reiste dort lange in deren Begleitung.

DER GROßSCHAMANE: Was hast du im Himmel erlebt?

DIE JUNGE SCHAMANIN: Ich habe dort auch andere Geister getroffen; sie lehrten mich wie ich selbst zum Himmel fahren kann. Den Rückweg sollte ich aber selbst finden. Ich wusste nicht, wie ich wieder auf die Erde zurückkommen sollte, dann habe den Weg doch gefunden.

DER GROßSCHAMANE: Warst du auch in der Unterwelt?

DIE JUNGE SCHAMANIN: Nachdem ich auf die Erde zurückkam, sagten mir die Geister, dass ich nun in die Unterwelt gehen solle. Sie brachten mich in die Unterwelt und ließen dort wieder alleine. Ich sprach mit den Seelen der Gestorbenen und traf unter denen auch die Seelen der gestorbenen Schamanen. Sie lehrten mich, wie ich die Seelen der Toten in die Unterwelt begleiten solle.

DER GROßSCHAMANE: Gut! Du wirst heute zur Schamanin und zu meiner Nachfolgerin erklärt. Das müssen aber auch die Geister so haben wollen. Bist du bereit für die endgültige Weihe zur Schamanin und zur Benennung als Nachfolgerin des Großschamanen?

DIE JUNGE SCHAMANIN: Ja, ich bin dazu bereit, o Großschamane!

Der Großschamane macht ein Zeichen; zwei Männer aus der Gemeinde bringen ein Bodentuch und legen das vor der jungen Schamanin. Dann werden auf dem Bodentuch die Blätter von Salbei gelegt und Räucherstäbchen entzündet. Sie nimmt die Salbeiblätter, zündet diese an, richtet den Rauch auf ihren Kopf, die Nase und Brust ein, damit winkelt der Rauch sie drei Mal um. Sie nimmt danach drei Räucherstäbchen, schwenkt mit Ihnen Richtung des Himmels, Richtung der Erde und aller vier Richtungen der Welt.

DIE JUNGE SCHAMANIN: Vater Himmel, Mutter-Erde, die Geister der Ahnen, alle Geister – niedrige und hohe: Ich verehre euch alle! Seid mir wohlgesonnen, hört mir zu: Ihr habt mich berufen, eine Schamanin zu werden. Gebt mir Kraft eine Schamanin zu werden; weiht mich ein, schützt mich, zeigt mir den richtigen Weg! Ich danke euch, danke euch, danke euch! Huraj, huraj, huraj!

Alle ab.

3. Szene

Der Großschamane in einer Hütte mit einem Todkranken. Neben dessen Bett stehen die Verwandten des Erkrankten.

DER GROßSCHAMANE : (zu Erkrankten). Was siehst du, erzähl mir!

DER ERKRANKTE: Ich sehe (hustet)… Ich sehe großes Tor (hustet)…

DER GROßSCHAMANE: Ja, was noch?

DER ERKRANKTE: Man fragt… fragt mich (hustet) warum ich hier bin?.. (stirbt)

DER GROßSCHAMANE: Du kommst nicht ins Reich der Schatten! (zu Verwandten des Erkrankten) Der große Geist Singa wollte Seele dieses Mannes ins Reich der Schatten mitnehmen. Das war aber ein guter Mann, er hat keine schlechten Taten in seinem jetzigen Leben getan. Deswegen haben die anderen Geister den großen Geist Singa verhindert: dieser kommt nicht ins Reich der Schatten, sondern wird in den Himmel geschickt; er wird bald wieder geboren.

Der Großschamane trommelt, tanzt, macht Kreise, fällt in Trance und kommt zur Ekstase.

Aus seinem Mund läuft Schaum.

DER GROßSCHAMANE (befindet sich immer noch in Trans): Ich sehe gerade, wo der verstorbene Mann ist: er wurde gerade neu geboren, im Norden, in einer großen Familie. Er ist umkreist von vielen Frauen und Männern: alle sind glücklich, alle jubeln.

Alle ab.

DRITTER AKT

  1. Szene

Der Regent von Aratta Ensuh-Keshdanna mit dem Großpriester am Hof.

ENSUH-KESCHDANNA: Hör mir zu! Der Sumererherrscher Enmerkar ist sehr verärgert wegen meiner Antwort. Er schickte mir einen neuen Drohbrief: er wolle nun Aratta nicht nur erobern, sondern es völlig zerstören, dass hier nur ein tiefes Loch bleibt. Er ist jetzt unterwegs zu uns mit seiner großen Armee, habe ich erfahren. Wir können nicht lange seiner Armee standhalten. Deswegen bleibt uns nur eins: möglichst mehr Opfer zu Großgöttin Inanna in nächsten Tagen zu bringen; sie kann vielleicht die Sumerer stoppen. Sie kann uns vielleicht wieder unter ihrem Schutz nehmen…

GROßPRIESTER VON ARATTA: Mein Herrscher, du wolltest mir niemals glauben; ich sagte immer, dass die Großgöttin dadurch verärgert ist, weil nicht alle in Aratta inzwischen zu ihrer Gemeinde gehören.

ENSUH-KESCHDANNA: Das kann man nicht mit Gewalt tun, Großpriester! Wenn es einmal dazu kommt, dass alle in Aratta aus eigenem Willen Inannas Anhänger werden, habe ich nichts dagegen. Aber das müssen die Menschen, die heute zu unserem alten Schamanen-Kult gehören, selbst entscheiden: ob sie beim alten Glauben bleiben wollen oder sich dem neuen zuwenden.

GROßPRIESTER VON ARATTA: Wenn es so bleibt, können wir nicht mit dem Schutz der Großgöttin rechnen: sie ist jetzt sowieso verärgert …

ENSUH-KESCHDANNA: Gehe, Großpriester, bereite alles so vor, was ich es dir gesagt hatte. Mit dem Bringen großer Opfer gewinnen wir wieder den Schutz und Liebe der Großgöttin. Jetzt geh!

GROßPRIESTER VON ARATTA: Gut, mein Herrscher, ich geh jetzt. Ich werde alles so tun, wie du mir gesagt hattest. (off) Es bleibt nicht viel bis zum Ende deiner Regentschaft! Wenn Enmerkar kommt, bringt er dich als erstes um. Dann bekomme ich die völlige Macht über Aratta als Großpriester. Es wird hier dann alleine der Inanna – Kult herrschen. Ich tilge alles, was hier noch vom Schamanen-Kult blieb (ab).

  1. Szene

Ensuh-Keshdanna und Großschamane.

ENSUH-KESCHDANNA (sehr besorgt): Vielleicht sollte ich Enmerkar nicht so verärgern? Vielleicht sollte ich mich ihm doch unterordnen? Nein, niemals! Aratta war immer unabhängig – diese Berge werden es nicht ertragen, sich jemandem unterzuordnen. Ich habe ein unabhängiges Aratta geerbt, so muss es auch bleiben.

Der Großschamane kommt herein.

DER GROßSCHAMANE: Wolltest du mich sehen, o Herrscher?

ENSUH-KESCHDANNA: (freut sich) Ja, komm! Schön, dass du hier bist. Weiß du Großschamane, für dich soll es kein Geheimnis sein, dass Enmerkar mit seiner großen Armee zu uns kommt.

DER GROßSCHAMANE: Ja, Herrscher! Sie werden in drei Tagen hier sein.

ENSUH-KESCHDANNA: Du weiß selbst, Großschamane, dass wir keine große und starke Armee haben, um unsere Stadt von Enmerkar zu schützen.

DER GROßSCHAMANE: Ich weiß es, o Herrscher!

ENSUH-KESCHDANNA: Deswegen möchte ich dich bitten, alleine die Schlacht gegen die Sumerer aufzunehmen.

DER GROßSCHAMANE: (wird nachdenklich). Ich kann das gerne tun, Herrscher. Aber der Erfolg wird nicht nur von mir alleine, sondern auch vom Willen der Geister abhängen.

ENSUH-KESCHDANNA: Ich hoffe, dass du es schaffst, die Geister davon zu überzeugen, dass sie Aratta vor den Sumerern schützen müssen.

DER GROßSCHAMANE: Ich werde es versuchen. Es wird aber nicht einfach: viele Geister sind dadurch verärgert, was der Großpriester in letzter Zeit gegen den Schamanen-Kult unternommen hat.

ENSUH-KESCHDANNA: Ich verspreche es dir: wenn du es schaffst, Enmerkar zum Rückzug zu bewegen, werde ich den Schamanen-Kult völlig unter meinem Schutz stellen und niemand kann mehr gegen ihn etwas unternehmen. Der Kult unserer Ahnen wird wieder blühen.

DER GROßSCHAMANE: Wenn ich dieses den großen Geistern in deinem Namen verspreche, werden sie uns wieder helfen. Darauf hoffe ich sehr.

ENSUH-KESCHDANNA: Jetzt gehe, Großschamane. Ganz Aratta hofft jetzt auf dich und deine Geister. Ich glaube sehr, dass du mit dem Sieg zurückkommst.

DER GROßSCHAMANE: Ich tue alles, o Herrscher, was ich kann (ab).

ENSUH-KESCHDANNA: Er ist letzte Hoffnung Arattas! (ab)

VIERTER AKT

1. Szene

Das Lager von Ermerkar. Er steht neben seinem Großpriester und schaut ins Weite. Hinter ihnen laufen die Krieger hin und her.

ENMERKAR: Hm, wo ist jetzt Ensuh-Keschadanna? Er hat sich wie ein Schakal versteckt in Aratta. Warum schickt er keine Armee gegen uns? Was sind denn seine Drohungen, seine Weigerung sich den Sumerern unterzuwerfen?

GROßPRIESTER VON SUMER: Aratta hat keine starke Armee. Keschdanna wollte dich trotzdem überzeugen, dass Aratta unbesiegbar ist…

ENMERKAR: Unbesiegbar – ohne Armee! So was gibt es nicht.

Der Großschamane taucht vor ihnen auf.

DER GROßSCHAMANE: Aratta ist wirklich unbesiegbar, weil es die Stadt der großen Geister ist.

ENMERKAR: (zu seinem Großpriester) Wer ist das?

GROßPRIESTER VON SUMER: Das ist der Großschamane von Aratta.

ENMERKAR: Der Großschamane selbst? Wirklich? Und was sucht er hier?

GROßPRIESTER VON SUMER: Das fragst du ihn besser selbst.

DER GROßSCHAMANE: Ich bin gekommen, eure Armee bis zum letzten Mann ins Reich der Schatten zu schicken.

ENMERKAR: Ins Reich der Schatten willst du meine Armee schicken? Wo ist dieses Reich?

Und wie willst Du das alleine bewerkstelligen?

GROßPRIESTER VON SUMER: Er wird jetzt seine Geister zur Hilfe rufen, um gegen deine Armee zu kämpfen.

ENMERKAR: Welche Geister noch? Wovon redest du? Hat man in Aratta die Geister nicht hinter die Berge verjagt? Aratta nennt sich doch als Stadt der Großgöttin Inanna.

GROßPRIESTER VON SUMER: Sie können jeder Zeit wieder zurückkommen, wenn die Schamanen sie rufen.

ENMERKAR: Das muss dann ihr letztes Erscheinen sein. Ich will von keinen Geistern mehr hören.

Der Großschamane beginnt zu trommeln, zu tanzen und zu kreisen.

DER GROßSCHAMANE: O große Geister, helft uns – der Stadt Aratta, sie ist eure Stadt.

  1. Szene

Die Geister Rach, Mach und Zach tauchen im Lager Enmerkars auf. Alleine der Großschamane sieht sie.

ENMERKAR (zu seinen Kriegern): Tötet diesen Mann und seine Geister!

DER GROßSCHAMANE: Oh Himmel und Erde, oh große Geister, hört mir zu! Schützt mich von allen Seiten, sodass die feindlichen Pfeile mich nicht erreichen. Schützt mich! Schick eure unsehbare Pfeile auf die Feinde zurück!

Enmerkars Krieger schießen auf den Großschamanen. Ihre Pfeile erreichen ihn aber nicht und fallen vor ihm auf den Boden.

ENMERKAR (erschrocken): Was ist das? Warum fallen die Pfeile vor dem Schamanen auf den Boden? Schützen ihn wirklich die Geister?

GROßPRIESTER VON SUMER: So sieht es aus.

ENMERKAR: (zu seinen Kriegern) Noch stärker, noch mehr schießen! Tötet ihn endlich!

Der Großschamane tanzt, spricht mit den Geistern und bleibt unverletzbar. Die Krieger Enmerkars fallen hingegeben nacheinender.

DER GEIST MACH: Du Großschamane, das ist nicht das erste mal, das wir dir helfen. Du erfüllst jedoch deine Versprechen nicht immer.

DIE GEIST RACH: Das ist wirklich so: er sagte das letzte Mal, dass in Aratta uns niemand mehr beschimpfen wird. Aber dieser Großpriester und seine Anhänger beschimpfen uns tags und nachts. Wie lange müssen wir diese Schikane noch dulden?

DER GEIST ZACH: Das muss ein Ende haben und zwar schnell. Ich wollte mehrmals diesen Großpriester und seine Anhänger überfallen. Jedes Mal hast du mich daran gehindert, Großschamane!

DER GEIST MACH: Du sagtest, dass sich Ensuh – Keschdanna selbst um den Frieden in Aratta kümmern wird. Ich sehe das aber nicht. Von Inanna – Anhänger werden wir immer weiter beleidigt. Weder du noch der Regent unternehmen etwas dagegen.

Der Großschamane tanzt und kämpft mit der Hilfe der Geister weiter.

ENMERKAR: (erschrocken und traurig, zu seinem Großpriester): Der Großschamane hat schon die Hälfte meiner Armee vernichtet. Wenn es so weiter geht, bleibt von meiner Armee nichts übrig. O Götter! Warum hilft ihr uns, eurem Volk nicht?

GROßPRIESTER VON SUMER: Ich sagte dir, o Herrscher, dass du zu wenig Opfer bringst für unsere Götter und Göttinnen. Sie alle – selbst Obergott Enlil und seine Tochter, die Großgöttin Inanna sind unzufrieden mit dir. Deswegen kannst du nicht an so einem schweren Tag mit deren Unterstützung und ihrem Schutz rechnen.

ENMERKAR: Ich verstehe meinen Fehler. Ich bin bereit, ihn zu korrigieren. Vielleicht kannst du etwas tun? Verspreche den Göttern, dass ich ihnen große Opfer bringe, wenn sie diesen Schamanen samt seinen Geistern beseitigen.

GROßPRIESTER VON SUMER: Ich fürchte, dafür ist es jetzt zu spät. Wenn du wieder mit der Hilfe und dem Schutz der Götter rechnen willst, muss du zunächst ein Jahr lang große Opfer bringen. Nur danach kann sich hier etwas ändern.

ENMERKAR: Das heißt, es gibt keine Gnade der Götter für uns? Vielleicht sollten wir jetzt besser fliehen?

GROßPRIESTER VON SUMER: Das wäre richtige Entscheidung.

ALLE GEISTER (zu Großschamane) Wann kommt Ende der Schikane gegen uns in Aratta?

DER GROßSCHAMANE: Ensuh-Keschdanna versprach mir, alles zu Ende zu bringen, für euch wird wieder Platz sein in Aratta.

ALLE GEISTER: Wir wollen dir und Ensuh-Keschdanna nicht mehr glauben. Wir verlassen dich, wir verlassen Aratta.

Die Geister gehen weg.

DER GROßSCHAMANE: (ihnen hinterher) Nein, geht nicht weg, lasst mich hier nicht alleine…

Ein feindlicher Pfeil erreicht den Großschamanen und er fällt tot um.

ENMERKAR (freudig): Der Großschamane ist gefallen. Er ist tot! Auch seine Geister haben ihm nicht geholfen.

GROßPRIESTER VON SUMER: Seine Geister haben ihn verlassen, so wie unsere Götter dich.

ENMERKAR: Wie auch immer, für mich ist nur eins wichtig: jetzt liegt der Weg nach Aratta frei und ich nehme es bald ein (zu seinen Kriegern). Hej, jetzt geht es weiter nach Aratta!

  1. Szene

Lager Enmerkars. Enmerkar, Geoßpriester von Aratta, Krieger Enmerkars. Es kommt zur Unruhe im Lager.

DER ERSTE KRIEGER: Enmerkar, es ist genug Kriege zu führen, wir wollen zurück nach Hause.

DER ZWEITE KRIEGER: Nein, ich möchte möglichst schnell Aratta erobern: Das Gold, die Frauen und alles, was Aratta hat, müssen mir zu Füße liegen!

Es kömmt zum Chaos im Lager: einige unterstützen den ersten, die anderen den zweiten Krieger.

ENMERKAR: Es gibt unter euch so viele dumme Leute: das wusste ich bis jetzt nicht! Wovon reden die Dummen? Wir müssen zurückkehren? Womit aber? Wie kann eine Armee mit leeren Händen zurückkehren? Womit werdet ihr dann euch und eure Familien ernähren? Ihr habt keine andere Beschäftigung außerdem Kriege zu führen, ihr könnt nichts anders, außerdem Kriege zu führen. Wenn wir die Reichtümer von Aratta nicht ergreifen und das alles nicht nach Sumer übertragen, werdet ihr und eure Kinder vom Hunger sterben wie Hunde! Guckt mal, wann diese Dummen von euch vom Verrat angefangen zu reden: Der Großschamane ist getötet, wir stehen ganz in der Nähe von Aratta! Diese wollen, dass unsere Mühe verloren geht, dass die Feinde über uns lachen werden! Das lassen wir aber nicht zu! Wer weiß, vielleicht hat sie Ensu – Keschdanna für sich beworben! Jetzt überfall diese Verräter und tötet sie! Ihr, die echten Sumerer werdet mit mir zusammen Aratta erobern und plündern!

Eine Kriegerin – Rehha kommt nach vorne.

REHHA: Tut ihr das nicht! Enmerkar denkt immer nur an sich, niemals an uns! Wir sind nur wenige Frauen unter euch. Nachdem unsere Männer in Kriegen gefallen waren, hatten wir keinen anderen Ausweg, als sich selbst in den Krieg einzuziehen. Warum? Hat Enmerkar ein Mal seine Versprechen erfüllt? Hat er den Witwen der gefallenen Krieger geholfen? Aber sollte er unserer Familie nur ein kleines Erdstück geben, könnte ich mit meinen Söhnen das ackern und damit uns ernähren. Enmerkar will nur Kriege führen, das Gut der anderen abnehmen und das lässt er zuletzt auch für sich. Auch diesmal wird er euch nichts davon geben, was er aus Aratta austragen wird: für seine Giere ist alles zu wenig, was er plündert und stehlt.

ENMERKAR: Hej, macht diesem Weib den Mund zu! Tötet sie, schneidet ihr die Haare ab und bringt sie durch alle; es müssen alle wissen, was es heißt, sich gegen Enmerkar zu stellen! Mich haben die Götter über euch gestellt! Mein Wille ist der Wille der Götter! Gegen mich zu sein, bedeutet, gegen die Götter zu sein! Jetzt tötet dieses Weib!

Einige Krieger wollen Rehha überfallen, die anderen verhindern das. Der erste Krieger überfallt Enmerkar.

DER ERSTE KRIEGER: Enmerkar, dein Ende ist gekommen (schlägt ihn mit dem Schwert)!

ENMERKAR: Ah!.. O Götter… (fällt hin und stirbt!)

GROßPRIESTER VON SUMER: O Enmerkar! Ich sagte doch, dass unsere Götter dich verlassen haben.

DER ERSTE KRIEGER (jubelnd): Enmerkar ist tot! Enmerkar ist tot!

EINIGE KRIEGER (jubelnd): Enmerkar ist tot! Enmerkar ist tot!

ANDERE KRIEGER. O Götter! Hilft uns!

DER ERSTE KRIEGER: Ihr braucht nicht zu weinen! Man muss wirklich jubeln, dass wir uns von Enmerkar – von diesem bösen Mann befreit haben.

DER ZWEITE KRIEGER: Wer wird jetzt unser Anführer sein? Wer wird jetzt der Regent von Sumer sein?

DER ERSTE KRIEGER: Es wird Rehha sein. Sie zeigt uns den richtigen Weg.

MEHRERE KRIEGER: Eine Frau? Wie kann das sein? Sie schafft es nicht, unsere Anführe-rin zu werden!

DER ERSTE KRIEGER: Doch! Sie schafft es! Rehha, komm nach vorne und sag, dass du unsere neue Herrscherin sein kannst!

Rehha kommt vorne.

REHHA: Hört ihr mir zu: ich würde das nie tun! Aber es ist jetzt eine schwere Zeit für unser Land gekommen. Deswegen möchte ich euch helfen. Ja, ich kann und will eure neue Herrscherin werden.

EINIGE KRIEGER (jubelnd): Sei dir Ehre, Rehha! Sei Ehre unserer neuer Herrscherin!

ANDERE KRIEGER: Wir wollen sie nicht! Was kann sie uns geben?

REHHA: Ihr alle seid für mich wie meine Söhne. Ich möchte, dass wir alle zurückkehren und ein friedliches Leben anfangen.

DER ZWEITE KRIEGER: Wovon werden wir aber leben? Wenn wir keine Kriege mehr führen, keinen Fang, keinen Raub mehr haben, sterben wir vom Hunger.

REHHA: Nein, das ist nicht so. Wenn wir nach Sumer zurückkehren, bekommt alle ein Stück von Erde. Wir werden ackern, Weizen anpflanzen, mehlen, Brot backen, friedlich und glücklich leben…

DER ZWEITE KRIEGER: Ich sagte doch, dass keine Frau kann eine Regentin von Sumer werden. Wir sind ein Kriegervolk, sie will uns jetzt zu einem Bauervolk verwandeln…

Viele lachen.

DER ZWEITE KRIEGER: Was werden wir tun, wenn Aratta selbst oder Ägypten uns überfällt? Unsere Schwerte werden vom Unverbrauch geröstet, wir können uns nicht mehr verteidigen, weil wie verlernen zu kämpfen, wenn wir ein Bauer leben werden…

REHHA: Um im Frieden leben zu können, muss man auch sich selbst und den Frieden verteidigen. Sonst wird ein Frieden nicht möglich, wenn jeder uns überfallen kann. Aber das Schwert brauchen wir nur dafür, um uns zu verteidigen, nicht dafür, um die anderen zu überfallen.

DER ZWEITE KRIEGER: Ich muss sagen, dass ich selbst kriegsmüde bin. Ich bin bereit mein Schwert mit dem Spaten zu ersetzen, sollte nur sicher sein, dass ich ein Stück Brot für meine Familie habe. (zu Kriegern). Vielleicht hat sie recht? Vielleicht kehren wir zurück zum friedlichen Leben? Was sagst du dazu, Großpriester? Du hast bis jetzt geschwiegen?

DR GROßPRIESTER: Ich habe bis jetzt geschwiegen, aber alles aufmerksam beobachtet. Ich sagte schon vorher mehrmals Enmerkar, dass er mit den Kriegen aufhören soll. Das wollen auch Götter nicht mehr, sie hatten ihn schon lange verlassen. Enmerkar wurde zurecht von Göttern bestraft, weil sie ihn nicht mehr als Regent in Sumer haben wollten. Ich bin damit völlig einverstanden, was Rehha gesagt hatte. Frieden ist viel besser, als Kriege gegen die Nachbarn zu führen. Denn einmal überfällt dich jemand anderer und zerstört dein Land, tötet deine Leute, wie du es gegen die anderen gemacht hattest. Rehha wird eine würdige Regentin von Sumer! Sei dir Ehre, Rehha! Sei dir Ehre, die neue Regentin von Sumer!

ALLE: Sei dir Ehre, Rehha! Sei dir Ehre, die neue Regentin von Sumer!

REHHA: Danke für euer Vertrauen! Ich glaube sehr, dass ihr wegen dieser Entscheidung niemals enttäuscht werdet. Wir müssen aber zunächst einen Brief an Aratta schicken und die Leute dort benachrichtigen, dass wir gegen sie nicht vorgehen und nach Sumer zurückkehren werden.

ALLE: Sei dir Ehre, Rehha! Sei dir Ehre, die Regentin von Sumer!

FÜNFTER AKT

1. Szene

Der Regent von Aratta Ensuh-Keshdanna mit dem Großpriester im Hof.

ENSUH-KESCHDANNA (traurig und besorgt): Er ist tot, der Großschamane. Ich habe sehr gehofft, dass er doch mit den Geistern Enmerkar bekämpft… Es scheint so, dass sich auch die Geister von uns abgewandt haben.

GROßPRIESTER VON ARATTA: Das ist nicht so schlimm, mein Herrscher. Das wichtigste ist, dass die Göttin Inanna mit uns sein wird. Ich habe für diesmal der Großgöttin so viele Opfer gebracht, dass sie sicherlich bald wieder zu uns zurückkommen wird.

ENSUH-KESCHDANNA: Ich sehe, dass uns nichts mehr übrig bleibt, als uns den Sumerern zu unterwerfen. Das ist doch besser als Enmerkar zu erlauben, Aratta zu zerstören.

GROßPRIESTER VON ARATTA: Ja, das ist viel besser, mein Herrscher! Wieso sollte man unsere Stadt zerstören lassen?

ENSUH-KESCHDANNA: Gut! Jetzt warten wir, bis er mit seiner Armee vor den Toren Aratttas auftaucht. Dann gehen wir beide zu ihm und bestätigen seine Herrschaft über Aratta.

GROßPRIESTER VON ARATTA: Das ist eine sehr richtige Entscheidung, mein Herrscher! So muss es auch sein! (off) Du hast Angst und jetzt willst du bei Enmerkar um Gnade bitten. Das hilft dir sowieso nicht. Er lässt dich nicht am Leben. (zum Regenten) Mein Herrscher, ich will dir zeigen, was wir in letzten Tagen in Tempeln der Großgöttin gemacht haben.

ENSUH-KESCHDANNA: Gut, dann zeige mir das.

GROßPRIESTER VON ARATTA: Wir beten erst.

BEIDE: O Inanna, hilf uns,

Sei mit uns, Göttin schöne.

Du bist Königin des Himmels

Auch Herrscherin der Erde.

Ohne dich, ohne deins Willens

Es kommt nichts zu Ende.

Beide ab.

2. Szene

Reschak und Eschdana am Rande der Stadt.

ESCHDANA: Liebst du mich, Reschak?

RECHAK: Ja, ich liebe dich und zwar so sehr, wie dich noch niemand je geliebt hat. Meine Liebe passt nirgendwo rein: sie ist so groß, so riesig, wie nichts mehr auf dieser Welt.

ESCHDANA: Du kannst schön reden nur. Nicht aber das ist wichtig, was man sagt, sondern das, was man tut.

RESCHAK: Beides ist wichtig. Man muss beides können: gut reden und gut arbeiten.

ESCHDANA: Gut Reden hast du vielleicht bei deinem Großpriester gelernt? Er spricht lange und schön, verspricht viel, erfüllt dies aber nicht.

RESCHAK: Er macht schon alles richtig. Lass ihn bitte in Ruhe. Ob euer Großschamane wohl besser war? Er war sehr merkwürdig und wusste selbst nicht, was er tat. Jetzt seid ihr ohne Großschamanen geblieben. Es wäre besser, wenn alle ein Mal zum Inanna Kult kommen würden. Dann hätten wir keinen Streit mehr in Aratta.

ESCHDANA: Nein, wovon redest du? Wir bleiben bei unserer Religion. Es gibt eine Nachfolgerin des verstorbenen Großschamanen: Die junge Schamanin wird alles übernehmen.

RESCHAK: Ihr habt sowieso eine schlechte Religion. Besser, wenn ihr euch davon lossagt und wie wir zu Inanna-Anhängern werdet.

ESCHDANA: Dazu kommt es niemals. Wir bleiben bei unserer Religion. Ihr habt eine einfältige Religion. Was ist Inanna-Kult? Nichts. Aber über den Schamanen-Kult erfährst über die ganze Welt, sammelst du Kenntnisse, und du weißt, wie du mit den Geistern umgehen sollst.

RESCHAK: Inanna bedeutet Liebe, sie ist Liebesgöttin. Du weiß es doch. Was kann schöner sein als die Liebe?

ESCHDANA: Welche Liebe? Das ist doch alles einfältig. Eure ganze Religion ist einfältig.

RESCHAK: Das ist eure Religion. Diese verrückten Schamanen kreisen, tanzen und erzählen dann etwas Unverständliches. Nein, so was mag ich nicht.

ESCHDANA: Und eure Religion? Wer ist Inanna? Sie ist eine Hure, die bereit ist, mit jedem Mann zu schlafen. Und eure Priester sind alle Lügner. Eure Religion ist dumm.

RESCHAK: Nein, eure Religion ist dumm.

ESCHDANA: Nein; eure Religion ist dumm.

RESCHAK: Nein, eure Religion ist dumm.

Es wird so lange wiederholt, bis die beiden völlig erschöpft auf dem Boden liegen.

ESCHDANA: (steht auf und geht zu Reschak) Weiß du was, Reschak? Das Wichtigste ist unsere Liebe, das habe ich jetzt verstanden.

RESCHAK: (bleibt auf de Boden liegen) Ha, ha, ha!.. Vielleicht hast du recht. Unsere Liebe ist wichtiger!.. Ha, ha, ha!..

3 . Szene

Die junge Schamanin mit ihrer Gemeinde.

DIE JUNGE SCHAMANIN: Unser Großschamane ist gefallen. Er ging um Aratta mit Hilfe der großen Geister zu verteidigen. Er war kurz davor, Enmerkars Armee zu besiegen. Die Geister wollten aber ihn nicht länger unterstützen. Sie waren unzufrieden damit, was man in letzter Zeit in Aratta dem Schamanen-Kult angetan hat. Wir müssen es jetzt schaffen, die Religion unserer Ahnen zu schützen, unabhängig davon wer kommt um uns zu erobern, Enmerkar oder ein anderer. Wir müssen die Geister davon überzeugen, dass wir ihnen treu sind und deswegen müssen auch sie uns gegenüber wieder treu werden. Ich übernehme heute die Aufgabe der Großschamanin und verspreche euch, diese Aufgabe würdig zu erfüllen.

Die junge Schamanin trommelt, tanzt und ruft nach den Geistern.

DIE JUNGE SCHAMANIN: Sie sind hier, die großen Geister, sie haben meine Stimme gehört. Sie sind bereit wieder mit uns zusammen zu sein.

Die junge Schamanin trommelt, tanzt und kreist wieder.

4. Szene

Der Regent von Aratta Ensuh-Keshdanna mit dem Großpriester am Hof.

ENSUH-KESCHDANNA: Enmerkar wird schon bald mit seiner Armee vor den Toren Arattas stehen. Hast du überlegt, was wir ihm sagen, wenn wir ihn dort treffen?

GROßPRIESTER VON ARATTA: Keine Sorge, mein Herrscher! Ich weiß, was ich Enmerkar und dem Großpriester von Sumer sagen werde, wenn wir sie vor den Toren Arattas treffen.

Der Bote der Sumerer kommt herein.

DER BOTE. Ensuh – Keschdana! Die Sumerer haben nun eine neue Herrscherin – Rehha! Sie haben einen Brief an den Regenten von Aratta geschickt.

ENSUH-KESCHDANNA (aufgeregt). Haben die Sumerer nun eine neue Herrscherin? Rehha heißt sie? Noch nie gehört. Wo ist der Brief?

Zwei Menschen bringen ein großes Pergament auf den Rädern ein.

ENSUH-KESCHDANNA: (zu Bote) Lies den Brief vor.

DER BOTE (liest vor): „Ensuh-Keschdanna, du sollst es wissen: Wir Sumerer haben nun eine neue Regentin – das ist Rehha! Mit Enmerkar waren wir nicht einverstanden, wir wollen keine Kriege mehr gegen die Nachbarn führen, deren Städte erobern. Er wollte doch das weiter tun. Wir sind kriegsmüde und wollen ab jetzt im Frieden leben. Enmerkar wollte uns nicht zuhören. Wir haben ihn gestürzt und getötet…“

ENSUH-KESCHDANNA: (sehr froh) Ah wirklich?! Ich kann daran nicht glauben!..

GROßPRIESTER VON ARATTA: (verloren) Wie kann das sein? Wie kann das sein? Ich glaube nicht…

ENSUH-KESCHDANNA: (zu Bote) Lies weiter!

DER BOTE: Wir wollen, dass ihr in Aratta eins versteht: Wir Sumerer sind keine Feinde von euch! Wir wollen euch jetzt was anderes anbieten: Frieden, Freundschaft und Unterstützung“.

ENSUH-KESCHDANNA: Ah, wir sind gerettet! Aratta ist gerettet! Das ist deswegen gelungen, weil wir in den letzten Tagen so viele Opfer für Inanna brachten. (Zum Boten). Gib Rehha Bescheid, dass Aratta ab jetzt ein Verbündeter von Sumerern ist. Wir nehmen sehr gerne ihr Vorschlag über die Freundschaft und Unterstützung an. Wir sind glücklich darüber, ab jetzt mit Sumer im Frieden zu leben. Jetzt geh bitte und gib das alles an deine neue Herrscherin weiter“.

Der Bote verbeugt sich und geht ab.

ENSUH-KESCHDANNA: Das ist unglaublich, wirklich unglaublich! (zum Großpriester) Dank dir ist dies gelungen! Enmerkar wurde wegen seiner bösen Taten von eigener Armee bestraft. Er hatte das völlig verdient! Die Hauptsache ist aber, dass wir gerettet sind von diesem garstigen Mann. Jetzt beten wir für Inanna.

BEIDE: O Inanna, hilf uns,

Sei mit uns, Göttin schöne.

Du bist Königin des Himmels

Auch Herrscherin der Erde.

Ohne dich, ohne deins Willens

Es kommt nichts zu Ende.

ENSUH-KESCHDANNA: Jetzt gehen wir in den Tempel von Inanna. Vor dem Tempel sammelst du die Gemeinde und werden wieder beten und die Hymne zu Ehren Inannas singen. Auch die neue Großschamanin kommt mit ihrer Gemeinde. Wir müssen uns auch bei den Geistern unserer Stadt bedanken. In dieser Rettung und Schutz Arattas haben sie auch eigenen Anteil.

GROßPRIESTER VON ARATTA: Ja gehen wir, gehen wir, mein Herrscher. Ich tue alles so wie du es sagst (off). Wie konnte so etwas geschehen? Sind wirklich alle meine Träume zerstört? Dieser verdammte, dumme Enmerkar!

Beide ab.

ENDE

© Vougar ASLANOV

1 Aratta war ein Frühstaat, der im 3. Jahrtausend vor unserer Jahresrechnung an der Grenze Mesopotamiens existiert hatte.

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